Haltung Tagebuch

Yoga oder Pilates bei Rückenschmerzen: Wie ich den richtigen Kurs für meine Wirbelsäule fand

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Pilates oder Yoga: die Entweder-oder-Frage, die dich nicht weiterbringt

Sollte dein Rücken bei Rückenschmerzen eher Kraft aufbauen oder einfach zur Ruhe kommen? Ich stelle mir diese Frage fast jeden Abend, wenn ich nach acht Stunden Versicherungsschäden vom Bürostuhl aufstehe und mein Kreuz sich meldet wie ein Kollege, der schon im Meeting maulen wollte. Wer als Ausgleich zum Schreibtisch-Job ein Home-Workout sucht, um Rückenschmerzen zu lindern, landet fast automatisch bei der immer gleichen Grundsatzfrage: Pilates oder Yoga. Eine klare Antwort bekommst du hier nicht in einem einzigen Satz.

Neulich hat mich meine Kollegin Uschi Reinhardt in der Mittagspause zwischen zwei Bissen Laugengebäck genau das gefragt, Yoga oder Pilates, was hilft jetzt wirklich gegen Rückenschmerzen. Und genau diese Frage ist falsch gestellt. Es geht nicht darum, welche der beiden Richtungen insgesamt die bessere ist, sondern welches Problem dein Rücken gerade hat -- die Antwort liegt in deinem eigenen Muster, nicht im Namen des Kurses.

Kurzer Hinweis, bevor's weitergeht: In diesem Text stecken Affiliate-Links. Wenn du darüber einen Kurs buchst, bekomme ich eine kleine Provision, für dich ändert sich am Preis nichts. Ich verlinke hier nur Kurse, die ich selbst auf meiner eigenen Matte durchgezogen habe.

Bei mir hat der Rücken irgendwann angefangen zu streiken -- erst ein Ziehen im unteren Rücken, dann Nackenschmerzen, die bis in den Kopf gezogen sind. Mein Orthopäde war kurz und schmerzlos: „Sie brauchen mehr Bewegung, am besten was mit Rumpfstabilisation." Pilates hielt ich davor für einen Rentner-Sport -- bis mich die erste Stunde komplett fertiggemacht hat.

Was dein Rumpf wirklich braucht

Pilates trainiert vor allem die tiefe Muskulatur, die sogenannte Tiefenmuskulatur, die du im Bürostuhl nie bewusst anspannst, aber ständig brauchst, um nicht in dich zusammenzusacken. Dazu kommt oft eine abgeschwächte Gesäßmuskulatur vom vielen Sitzen, die den unteren Rücken zusätzlich belastet -- auch das trainiert Pilates mit, auch wenn es kein Hauptthema ist. Wer wie ich viel am Schreibtisch sitzt, merkt außerdem schnell, wie sehr Schulterblatt-Stabilisation und Beckenboden mit reinspielen, auch wenn beides eigene Themen für sich sind.

Meinen eigenen Einstieg fand ich über den Pilates-Präventionskurs -- ein Achtwochenplan speziell für Rücken und Haltung, den die Krankenkasse als Präventionsleistung anerkennt. Im Kurs saß auch Eva Grunewald, die nach jeder Einheit gefragt hat, ob die Übungen wirklich speziell für den unteren Rücken sind. Meistens waren sie das nicht -- und genau das war für mich die erste Lektion: Ein Kurs für "den Rücken" trainiert selten nur die eine Stelle, die gerade wehtut.

Reine Kraft reicht nicht für jeden Rücken

Was Pilates bei mir nicht auffangen konnte, war der Stress, der sich in den Schultern festgesetzt hat. Nach anstrengenden Telefonaten merkt man oft, dass die Schultern fast an den Ohrläppchen kleben. Genau da braucht es mehr als Kraft -- nämlich Wirbelsäulen-Mobilisation, ruhige Flankenatmung und manchmal auch die Arbeit an Faszien-Verklebungen, die sich vom vielen Sitzen bilden. Auch Spannungskopfschmerz, der aus dem Nacken hochzieht, reagiert bei mir eher auf sanfte Bewegung als auf Krafttraining.

Deshalb bin ich beim Ayur-Yoga-Basis-Kurs gelandet, der Hatha Yoga mit ayurvedischen Prinzipien verbindet. Es geht dort viel mehr darum, die Übung an den eigenen Körper anzupassen, statt den Körper in eine perfekte Pose zu zwingen.

Finde dein eigenes Muster, nicht den perfekten Kurs

Wer ein Hohlkreuz hat, sackt anders zusammen als jemand mit Rundrücken, und beides fühlt sich am Ende des Bürotags völlig unterschiedlich an. Bei mir kommen dazu spürbar verkürzte Hüftbeuger vom vielen Sitzen, die den unteren Rücken zusätzlich in die Hohlkreuz-Haltung ziehen -- auch das wäre eigentlich ein eigenes Thema für sich. Wärmepflaster aus der Apotheke hab' ich in der Zeit auch probiert; die wärmen zuverlässig zwanzig Minuten, und danach ist alles wieder wie vorher.

Grob gesagt greife ich zu Pilates, wenn ich merke, dass ich regelrecht in mich zusammensacke und die Körpermitte einfach mehr Kraft braucht. Zum Ayur-Yoga wechsle ich, wenn die Verspannung eher vom Stress kommt und die Wirbelsäule sanfte Bewegung braucht, ohne dass ich mich komplett auspowere. Diese Unterscheidung, nicht die Marke des Kurses, ist für mich die eigentliche Antwort auf die Frage vom Anfang.

Ob es wirkt, merke ich sowieso nicht auf der Matte, sondern danach: Neulich bin ich eine Stunde auf der A8 gefahren und erst an der Ausfahrt aufgefallen, dass ich die ganze Zeit aufrecht gesessen habe, ohne mich ein einziges Mal gegen die Lehne fallen zu lassen.

Der Kurs, der zu deiner Wirbelsäule passt

Unterm Strich ist es nicht Pilates gegen Yoga, sondern dein Rücken gegen die Frage, was er gerade wirklich braucht. Mein Pilates Online Kurs Test zeigt mir immer wieder, dass Kontinuität mehr bringt als die eine perfekte Trainingsphilosophie.

Falls dein Rücken gerade eher nach einem sanfteren, aber trotzdem wirksamen Weg sucht, wirf einen Blick auf den Ayur-Yoga-Basis-Kurs -- er kommt ohne Abo-Druck aus, du zahlst einmal und behältst die Übungen dauerhaft. Wichtiger als die Wahl zwischen zwei Kursnamen ist sowieso, dass du überhaupt anfängst, bevor sich der Nacken das nächste Mal wie eine Schraubzwinge anfühlt.

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