Haltung Tagebuch

Pilates Übungen bei ISG Syndrom für mehr Stabilität im unteren Rücken

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Es war einer dieser typischen Stuttgarter Dienstagabende – der Regen trommelte gegen das Garagendach und ich wollte eigentlich nur schnell die Wocheneinkäufe aus dem Kofferraum zerren. Dann passierte es. Ein stechender Schmerz, tief im unteren Rücken, als hätte jemand einen glühenden Nagel direkt neben mein Kreuzbein getrieben. Ich stand da, völlig steif, eine Tüte Bio-Äpfel in der Hand, und wusste: Das war's jetzt. Wieder mal.

Nach 15 Jahren als Sachbearbeiterin in einer Versicherung – was im Grunde bedeutet, dass mein Hintern mit dem Bürostuhl verwachsen ist – rächt sich mein Körper. Erst war es nur ein Ziehen, dann Nackenschmerzen, und schließlich die Diagnose vom Orthopäden: ISG-Syndrom. Seine Lösung? „Sie brauchen mehr Bewegung, am besten was mit Rumpfstabilisation.“ Ich dachte an Pilates und sah innerlich Rentnergruppen in lila Leggings. Wie falsch ich lag, merkte ich spätestens nach der ersten Stunde, die mich komplett fertig gemacht hat.

Hinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wenn du über diese Links etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis natürlich gar nichts. Ich teile hier nur Kurse, die ich in den letzten anderthalb Jahren selbst in meinem Wohnzimmer getestet habe. Hier ist meine vollständige Offenlegung.

Das Ding mit dem ISG: Wenn das Fundament wackelt

Das Iliosakralgelenk (kurz ISG) ist eigentlich gar kein richtiges Gelenk, das man wild in alle Richtungen bewegen kann. Es verbindet das Kreuzbein mit dem Becken und wird von extrem straffen Bändern gehalten. Wenn die Muskulatur drumherum – die berühmte Tiefenmuskulatur, von der alle reden – nach 15 Jahren Schreibtisch-Dasein so stabil ist wie ein nasser Toast, fängt das ISG an zu „zicken“.

Ich bin keine Ärztin oder Physiotherapeutin, ich bin einfach nur eine Frau, die zu viel Zeit in Excel-Tabellen verbringt und irgendwann nicht mehr schmerzfrei aufstehen konnte. Bitte besprich deine Beschwerden unbedingt mit deinem Orthopäden, bevor du irgendein Training startest. Jeder Rücken ist anders.

In meinem Fall war der Frust riesig. Ich hatte das Gefühl, mit 42 plötzlich alt zu werden. Mein Orthopäde hatte recht: Ich muss meine „Core-Stabilität“ wie ein wichtiges Projekt in der Versicherung verwalten. Keine Ausreden mehr. Also habe ich angefangen, mich durch den Dschungel der Online-Angebote zu wühlen. Ich habe insgesamt drei verschiedene Online-Anbieter getestet, bevor ich verstanden habe, dass mir das wahllose Vorturnen auf Social Media eher schadet als nützt.

Nahaufnahme von Händen auf einer Pilatesmatte für Stabilitätsübungen

Warum Dehnen manchmal der falsche Weg ist

Mein größter Fehler am Anfang? Ich dachte, ich müsste alles „locker dehnen“. Ich habe versucht, jede fortgeschrittene Brücke aus irgendwelchen YouTube-Videos nachzuturnen. Das Ende vom Lied war ein dreitägiger Hexenschuss, weil mir die Basisstabilität völlig fehlte. Mein Becken war einfach nicht bereit für diese Verrenkungen.

Das ist übrigens ein Punkt, den ich neulich erst bei einem Gespräch mit einer Bekannten verstanden habe, die als Pflegekraft in der stationären Altenpflege arbeitet. Wir saßen in der Mittagspause zusammen und sie klagte über dieselben ISG-Probleme. Aber bei ihr ist die Ursache eine ganz andere: Während ich mich „kaputt sitze“, hebt sie den ganzen Tag schwere Patienten. Ihr Beckenbereich ist durch diese Dauerbelastung oft völlig überlastet.

Das Spannende ist: Sowohl sie als auch ich brauchen beim ISG-Syndrom oft weniger „aggressive Dehnung“ und viel mehr gezielte Kraft. Wenn das Gelenk instabil ist, bringt es nichts, noch mehr an den Bändern zu ziehen. Wir müssen das „Powerhouse“ aktivieren – diesen Kern aus tiefen Bauchmuskeln und Beckenboden. Wer mehr darüber wissen will, sollte sich mal mit dem Thema Pilates Übungen für die Tiefenmuskulatur beschäftigen.

Der Durchbruch: Struktur statt Chaos

Während der dunklen Winterwochen Anfang 2025 saß ich oft frustriert auf meiner Matte. Das kühle, leicht klebrige Gefühl der Gummimatte an meinen Handflächen, während der Geruch von frisch gebrühtem Abendtee durch das Wohnzimmer zieht – das war meine einzige Routine. Aber die Schmerzen blieben unberechenbar. Ich merkte, dass ich jemanden brauche, der mir die Grundlagen erklärt. Wie kippe ich mein Becken richtig? Was bedeutet „neutrales Becken“ eigentlich?

Ich habe mich dann für einen zertifizierten Pilates-Präventionskurs entschieden. Das Beste daran: Da der Kurs nach § 20 SGB V zertifiziert ist, hat meine Krankenkasse fast die gesamten Kosten erstattet. Für mich als Schwäbin natürlich ein unschlagbares Argument, aber der eigentliche Wert war die Struktur. Über 8 Wochen wird man Schritt für Schritt aufgebaut. Kein wildes Gehopse, sondern präzise Arbeit am Fundament.

Besonders geholfen hat mir das Verständnis für die Flankenatmung. Es klingt banal, aber wie man atmet, entscheidet darüber, ob der untere Rücken stabil bleibt oder bei jeder Bewegung einknickt.

Dampfende Tasse Tee neben einer Pilatesmatte im gemütlichen Wohnzimmer

Meine Top 3 Pilates-Prinzipien für das ISG

Nach Abschluss des achtwöchigen Präventionskurses und mittlerweile anderthalb Jahren Training zu Hause, haben sich drei Dinge für mein ISG als Gold wert erwiesen:

An einem schwülen Feierabend im Juni saß ich auf meiner Matte und stellte fest: Die Katze hat endlich gelernt, dass die Matte kein Schlafplatz ist. Meistens jedenfalls. Sie beobachtet mich jetzt skeptisch vom Sofa aus, während ich meine Übungen mache. Es ist kein Hexenwerk, aber es erfordert Beständigkeit.

Fazit: Der Rücken ist ein Projekt, kein Schicksal

Heute, im Sommer 2026, kann ich sagen: Mein Rücken ist nicht perfekt. Nach einem Zehn-Stunden-Tag vor dem Monitor zwickt es immer noch. Aber dieses panische Gefühl, bei jeder falschen Bewegung einen Hexenschuss zu bekommen, ist weg. Ich weiß jetzt, wie ich mein ISG stabilisiere.

Wenn du auch dieses Ziehen spürst und keine Lust mehr auf Schmerztabletten hast, fang klein an. Ein strukturierter Kurs ist tausendmal besser als das zehnte „Quick Fix“ Video. Falls du etwas suchst, das wirklich bei Null anfängt und von der Kasse bezahlt wird, kann ich dir den Pilates-Präventionskurs ans Herz legen. Es ist genau das, was mir die nötige Sicherheit gegeben hat.

Und falls du eher der Typ für Abwechslung bist, ist das Pilates&Friends Abo eine super Option, sobald du die Grundlagen drauf hast. Da gibt es hunderte Videos, auch speziell für den Rücken. Aber egal was du tust: Fang an. Dein ISG wird es dir danken – spätestens beim nächsten Mal, wenn du die Einkaufstüten aus dem Auto hebst.

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Hinweis:
Was Sie hier lesen, spiegelt meine persönliche Erfahrung wider — keine professionelle Beratung. Informieren Sie sich eigenständig und konsultieren Sie die entsprechenden Fachleute, bevor Sie Änderungen an Ihrer Gesundheit, Ernährung oder Ihren Finanzen vornehmen.

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